iOS-App: Roland Sound Canvas VA

Mein erstes richtiges Hardware-Soundmodul war der Roland SC-88. Es war der Nachfolger des SC-55, hatte einige tolle Klänge zu bieten und war – selbst für ein Studenten-Budget – bezahlbar. Selbst für heutige Maßstäbe sind die Klänge noch gut und sicherlich für viele Anwendungsgebiete ausreichend. Roland war wohl der gleichen Meinung und hat sämtliche Klänge der Roland Sound-Canvas-Reihe in eine iOS-App verpackt.

Sounds, Sounds und Instrumente

Die Sound-Canvas-Geräte sind vollgepackt mit Instrumenten und Klängen und die App bildet dies eins zu eins ab. Man sollte deswegen nicht viele weitere Features erwarten, es geht „nur“ um ein Arsenal an guten Klängen. Von diesen sind über 1600 an Bord. Die Qualität kann man als gut bezeichnen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Für viele Einsatzzwecke wie Demos oder Idee-Skizzen ist sie genau richtig. Der große Vorteil ist die einfache und schnelle Umschaltung zwischen Klängen. Jeder der 16 „Parts“ kann quasi ohne Verzögerung auf einen anderen Klang umgeschaltet werden. Die Klänge sind nach GM (General MIDI) bzw. GS (General Standard) organisiert, so dass sich viele sehr einfach zurecht finden werden. Selbst Benutzer, die noch nie von diesen Standards gehört haben, sollten die Einteilungen verstehen und ebenfalls recht schnell die richtigen Klänge finden.

MIDI-Dateien und Verbindungen

Die App lässt sich über MIDI ansteuern und so z.B. über ein MIDI-Keyboard spielen. Auch über virtuelles MIDI innerhalb von iOS kann die Verbindung hergestellt werden. Damit lässt sich die App als Klangmodul für Sequenzer wie Cubasis nutzen. Auch ohne externe Ansteuerung kann man in der App Klänge erzeugen und zwar durch das Laden von MIDI-Dateien. Roland Sound Canvas VA kann das entstehende Audio auch über Inter-App-Audio weitergeben und so ist auch eine Rückführung in einen Sequenzer als Audiosignal möglich.

Preis und Fazit

Roland ruft für die iOS-App Sound Canvas VA zur Zeit 20 EUR im App Store auf. Ist die App den Preis wert? Das hängt davon ab, ob man mit den Brot- und Butter-Klängen der Sound-Canvas-Reihe etwas anfangen kann. Wer sowieso schon ein Fan der Roland- oder sogar der Sound-Canvas-Klänge ist, sollte zugreifen. Wer solide Klangqualität und eine wirklich riesige Auswahl an Klängen zu schätzen weiß, sollte sich ebenfalls für die App interessieren. Leider gibt es keine Light- oder Trial-Version, so dass man ein wenig die Katze im Sack kauft. Andererseits sind 20 EUR nicht wirklich viel, wenn man andere (Desktop-)Maßstäbe anlegt. Als Alternative sehe ich Apps wie SampleTank, die ebenfalls breit gestreute Klänge in rauen Mengen bieten. Welche nun für den persönlichen Stil die beste App, darf (und muss) jeder selbst entscheiden.

Ein Video, was die SoundCanvas-App noch einmal etwas detaillierter vorstellt, findet Ihr unter diese Link.